Georg Domian





Eine Zusammenstellung von

Übungen,
       Lektionen,
            Hilfengebung
                 und Unterrichtsbeispielen













Reiten im Gelände

Reiten in der Gruppe

Eine Kette ist so stark wie ihr schwächstes Glied. Diese Aussage gilt besonders für das Reiten in der Gruppe. Rücksicht ist auf den schwächsten Reiter und auf das schwierigste Pferd zu nehmen. Dauer, Tempo, Gangart und der Schwierigkeitsgrad des Ausritts dürfen keinen Beteiligten überfordern. Sicherheit steht an erster Stelle!

Die ideale Gruppe besteht aus vier bis sechs Reitern mit einem erfahrenen Reiter an der Spitze. Er übernimmt die Führung, gibt per Handzeichen die Kommandos für die einzelnen Gangarten und zeigt im Straßenverkehr den Richtungswechsel an.
Im Gelände wird, wenn möglich, zu zweit nebeneinander geritten. Der Abstand zum Vordermann richtet sich nach der Gangart. Er darf weder zu klein noch zu groß werden. Bei zu kleinem Abstand besteht die Gefahr von Aufreitunfällen. Bei zu großem Abstand kann es vorkommen, dass die hinteren Pferde eigenständig in den Galopp wechseln, um den Anschluss an "ihre Herde" nicht zu verlieren. Dadurch können sie unter Umständen eine "Flucht" der ganzen Gruppe auslösen.
Bei der Einteilung der Gruppe ist die Reihenfolge zu berücksichtigen. Ausschlaggebend dafür sind die Eigen- arten der Pferde und die Rangordnung untereinander. Die Reihenfolge sollte während des Ausritts nicht verändert werden. Das Überholen in der Gruppe, insbesondere des Anfangsreiters, ist ein absolutes Tabu.*
Zur Sicherheit gehört außerdem, dass keine Wettrennen veranstaltet werden, bei Gefälle sowie auf dem Heimweg in Richtung Stall nicht galoppiert wird und der Anfangsreiter keinen Gangartenwechsel ohne Ankündigungssignal vornimmt.
Ein Ausritt dauert in der Regel länger, als eine übliche Trainingseinheit im Viereck. Größere Entfernungen, Steigungen und unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten erfordern zusätzlich Kraft und Kondition. Zur Schonung der Pferde wird daher im Trab und Galopp fast ausschließlich leichtgetrabt, bzw. im leichten Sitz galoppiert. Dabei ist auf einen häufigen Fußwechsel zu achten. Die Zügelführung ist etwas länger, damit die Pferde sich mehr dehnen und besser ausbalancieren können.
Am Anfang und Ende eines Ausritts muss grundsätzlich im Schritt geritten werden. Am Anfang als Teil der Lösungsphase, um Schäden an Muskeln, Sehnen, Bändern und Gelenken vorzubeugen. Am Ende als Erholungsphase, um Puls und Atmung wieder zu normalisieren und eventuell nassgeschwitzte Pferde trocken zum Stall zurückzubringen


* Die Hinweise gelten für einen geführten Ausritt. Grundsätzlich sollte das Trennen von der Gruppe und das Aneinander-vorbei-Reiten mit den Pferden geübt werden, gerade um keine kritischen Situationen aufkommen zu lassen (siehe auch:  Vorbereitung und Gewöhnung).